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10.05.2011 86 km - Durch das Leinebergland -
Ich fühle mich heute irgendwie matt und ausgelaugt und denke an einen Ruhetag. Nach erfrischender Dusche und gutem Frühstück (ich bin übrigens der einzige Gast), verlasse ich um 08.30 Uhr Pattensen. Auch auf die Gefahr hin, mich ständig zu wiederholen: das Wetter ist einfach nur super! Nur leider weht der Wind unverändert stark von vorn und das ist ausgesprochen nervig und ermüdend. Besonders auf den Passagen, die weder Baum noch Strauch aufweisen, muss ich heftigst kämpfen.
Die Landschaft ist wunderschön - in der Ferne tauchen die ersten Gebirgszüge auf. In der Nähe von Nordstemmen prangt auf einem Berg das weithin sichtbare Schloss Marienburg, das wie ein Märchenschloss aussieht. König Georg V., der letzte Hannoveraner König, schenkte das Bauwerk seiner Gemahlin - mal eben so. In Elze und Gronau überwiegen die Industrieanlagen, so dass hier kein Halt eingelegt wird. Der weitere Weg geht im Zickzack durch die Rapsfelder. Sobald der Wind mal von hinten kommt, erreicht man ein tolles Tempo, aber nach der nächsten Kehre......
In Brüggen ist nach der Karte ein Schloss zu finden. Ich bin neugierig und verlasse für ein kurzes Stück den Kurs. Das Schloss bietet eine prächtige Ansicht. Ich fahre in den Innenhof und lasse das schöne Ambiente auf mich wirken. Die Anlage stammt aus dem 17. Jahrhundert. Dazu gehört eine Wassermühle, in der heute noch Strom erzeugt wird. Der “Tennisbaron” Gottfried von Cramm soll in dem Schloss seine Jugend verbracht haben.
Gegen 12.00 Uhr erreiche in Alfeld, wo ich auf dem Marktplatz meine Mittagspause einlege. Direkt vor mir steht das schöne alte Rathaus, das im 16. Jahrhundert im sog. Weserrenaissancestil erbaut wurde. Die
gesamte Altstadt ist sehr geschichtsträchtig und die altehrwürdigen Gebäude sind in einem guten Zustand. Ich dehne die Pause recht lange aus, da ich anscheinend heute nicht meinen besten Tag habe.
Aber jammern nützt nichts - ich schwinge mich wieder in den Sattel und verlasse Alfeld. Ich versuche die nächste Übernachtung in Einbeck zu organisieren. Die Tochter nimmt ab und verspricht, das
s die Mama mich zurückruft. Aber nichts passiert und so fahre ich erst mal weiter. Der Wind hat sich etwas gelegt, so dass es nun etwas zügiger vorangeht (endlich!). Allerdings wird es jetzt sehr hügelig und das kostet erneut viel Kraft. Zum Schluss wird man aber mit einer Schussfahrt ins Tal belohnt. Der Tacho zeigt hier 50 km/h. In Greene wird man erneut falsch geführt, aber das ist nicht so schlimm, denn die nahe Leine gibt das Ziel vor.
Schließlich erreiche ich Einbeck, ohne dass ein telefonischer Rückruf stattgefunden hat. Ich wähle noch einmal die besagte Numm
er, aber keiner nimmt ab. Beim Gästehaus am Mühlenwall sagt mir die Inhaberin, dass alles belegt wäre, aber ich solle einen Augenblick warten, sie müsse erstmal ihre Brille suchen. Mit Brille dann erhalte ich eine super Unterkunft, bestehend aus einem Schlaf-, Wohn- und Badezimmer (32 EURO). Das Gebäude hat schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel und die alte Stadtmauer bildet die Grundstücksgrenze. Außerdem fließt ein Bach am Haus vorbei. Das Fenster muss nachts geschlossen bleiben, da das Bächlein doch recht laut dahinplätschert.
Einbeck ist ein Prachtstädtchen. Man kann den Eindruck gewinnen, dass es sich hier um ein großes Freilichtmuseum handelt. Mehrere Hundert Fachwerkhäuser, z.T. sehr schön verziert, prägen das Stadtbild. Außerdem ist die Stadt für seine Bierbrauereien berühmt. Wohl jedem dürfte das Einbecker Urbock oder das Einbecker Pils bekannt sein.
in einem Italienischen Restaurant finde ich einen Platz im Freien und bestelle mir Penne in Gorgonzolasauce. Hat super lecker geschmeckt! Danach begebe ich mich in mein Quartier und schlafe heute früh ein.
Tagestelegramm: gefahrene km: 86 insgesamt: 422 Geländeeigenschaft: zunächst flach, im 2. Teil recht hügelig Wetter: sehr warm und windig - zum Schluss lässt der Wind etwas nach Unterkunft: ein richtiges Appartement - sehr gut. Besonderheiten: Heute war offensichtlich nicht mein bester Tag.
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