1. Tag

 

Kocher - Jagst - Altmühl

22.08.2006
Anreise nach Aalen und Fahrt nach Gaildorf
53 km

Eigentlich wollte ich schon gestern starten, aber leider war im IC kein Platz für mein Rad frei. Für heute habe ich Glück gehabt; ich konnte einen der letzten Plätze reservieren.

Ich begebe mich mit meinem gut bepackten Trekkingrad zum Bahnhof in Mölln, wo der Zug pünktlich im 06.30 Uhr eintrifft. Ich wuchte man Rad in den letzten Waggon. Bei der ersten Station in Büchen wird der Zug jedoch verkürzt, so dass ich in den vorderen Bereich umziehen muss. In Lüneburg heißt es in den IC umzusteigen, der mich bis Würzburg mitnimmt. Der Fahrrad-Waggon ist wie erwartet bis auf den letzten Platz gefüllt. Alle Radler wollen in Würzburg aussteigen - das wird wohl große Unruhe und ein schönes Gedränge geben! Die Strecke wird nicht umsonst als die längste U-Bahn Deutschlands bezeichnet. Irgendwann habe ich aufgehört die Tunnel zu zählen. Der Zug kommt mit 10 Minuten Verspätung an. Wider Erwarten geht jedoch das Aussteigen ruhig und diszipliniert vonstatten. Es folgt nun ein Regionalzug nach Crailsheim. Die Fahrt dauert über 2 Stunden, da an jeder Milchkanne gehalten wird. Durch puren Zufall erfahre ich auf dem Bahnhof in Crailsheim, dass der Anschlusszug nach Aalen nicht fährt sondern vielmehr ein Bus eingesetzt wird. Grund hierfür ist nach Aussage des Bahnschaffnerns ein Brückenschaden, der von einem LKW verursacht wurde. Also sprinte ich zum ZOB, wo bereits 3 weitere Reisende versuchen, ihre Räder igendwie im Bus unterzubringen. Mit einigen Verrenkungen gelingt es mir, auch mein Gefährt so gut es geht in den Bus einzufädeln. In Jagstheim werden wir wieder hinausgelassen. Der planmäßige Zug wartet bereits für die Weiterfahrt. Letztlich komme ich pünktlich um 14.30 Uhr in Aalen an. Da sage mal einer, dass die Bundesbahn keine Abwechslung bietet!

Beim Aussteigen komme ich mit meiner Jeans gegen die ölige Kette. Da wird wohl heute Abend eine Reinigung erforderlich werden, zumal es die einzige lange Hose ist, die ich für die Après-Byking-Zeit mitgenommen habe. Bei der Zusammenstellung des Gepäcks nimmt man nur das aller Nötigste mit. Jedes Kilo zuviel macht sich besonders am Berg beme

Aalen Innenstadt 

Aalen Marktplatz 

rkbar.

Das Wetter ist schön und so kann ich die Tour in kurzer Radlerhose und Shirt beginnen. Ich fahre in die Altstadt von Aalen und schaue mir die schönen Häuser, Gässchen und Kirchen an. Nach einer halben Stunde werde ich unruhig, da ich endlich mit dem Radeln beginnen möchte. Da der Tag wegen der Anreise schon fortgeschritten ist, habe ich als erstes Ziel die etwa 50 km Stadt Gaildorf ausgesucht. Direkt am Kocher (es heißt der Kocher und die Jagst) entlang wird Aalen verlassen. In Wasseralfingen fragen mich 3 Radler nach dem Limes-Museum in Aalen und ich kann ihnen stolz den richtigen Weg weisen (ist auf meiner bikeline -Karte eingezeichnet). Der Ort Hüttlingen wird nur gestreift. Kurz danach taucht auf der anderen Seite des Kochertals die Marienbur

Marienburg bei Hüttlingen - Niederalfingen 

g auf, von der natürlich ein Foto gemacht wird. Die Burg wird heute als Jugendfreizeitstätte genutzt.

Der Radweg führt in einem Bogen durch die Innenstadt von Abtsgmünd . Ich mache hier eine kleine Trinkpause und setze dann die Fahrt fort. Weiter geht es ein längeres Stück direkt neben der B 19 entlang. Das ist ein bisschen nervig, da sehr viel Autoverkehr unterwegs ist. Entschädigt werde ich jedoch durch die schönen Ausblicke ins Kochertal. Teilweise hat man neue Radwege an

Abtsgmünd 

Untergröningen, kleine Kirche 

gelegt, die etwas abseits der Straße durch die Auen führen. Das ist sehr viel angenehmer.

Untergröningen ist durch das weit sichtbare Schloss gekennzeichnet, das hoch auf einem Hügel steht. Zunächst schiebe ich das Rad den steilen Berg hoch, breche aber unterwegs ab, da nach einer Hinweistafel heute keine Besichtigung möglich ist. Nach Fotografieren der schönen kleinen Kirche setze ich die Fahrt fort. Es folgen Laufen und Sulzbach-Laufen und danach beginnt ein gut zu befahrener Schotterweg, der mich von der B 19 wegführt und sich durch eine wunderschöne Landschaft schlängelt.

Gegen 18.00 Uhr erreiche ich Gaildorf . Der erste Eindruck ist sehr schön. Direkt neben dem großen Schloss befindet sich mein vorgebuchtes Gasthaus Bräuhaus (30 EURO). Beim Einchecken gibt es leichte Irritationen: angeblich ist auf den Namen Reimers kein Zimmer bestellt worden und alle Doppelzimmer seien belegt. Ich weise meine online-Buchung nach und mache darauf aufmerksam, dass ich ein Einzelzimmer gebucht habe. “Ach so, ein Einzelzimmer - ja wenn es so ist - da haben wir ja den Namen Reimers notiert”.  Schließlich weist man mir ein geräumiges 3-Bett-Zimmer zu. Das soll nun einer verstehen! Ich habe die Angelegenheit nicht weiter hinterfragt und genieße dafür die erfrischende Dusche im gr

Gaildorf mit Gasthof Bräuhaus 

Gaildorf, Schloss und  Kirche 

Gaildorf mit ev. Stadtkirche 

oßzügigen Bad und die schöne Aussicht auf das Schloss.

Ich erkunde die kleine Altstadt mit den schönen Fachwerkhäusern, den Kirchen und natürlich dem Schloss, das z. Zt. restauriert wird. Beim Abendessen in meinem Gasthof habe ich in ein nettes Gespräch mit einem älteren Einheimischen. Er interessiert sich sehr für meine Tour und gibt mir einige Tipps für den weiteren Weg. Unbedingt soll ich mir die Kochertalbrücke anschauen. Das hat er mindestens 5 mal betont.

Gegen 21.00 Uhr bin ich auf meinem Zimmer, reinige meine Jeans mit Haarshampoo, lese etwas in dem mitgenommenen Roman (Kennedys Hirn von Mankell) und berichte den Daheimgebliebenen von meinem ersten Tag.

Wetter:
schönes Sommerwetter, teilweise strark bewölkt und windig, bis 22 Grad C.