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13. und 14.05.2010 124 km
- Radeln in Friesland -
Heute am Himmelfahrtstag findet das Frühstück erst um 08.30 Uhr statt, da auch die Gastgeber länger schlafen. Meine ursprüngliche Planung, weiter Richtung Süden zu radeln, gebe ich auf. Grund hierfür ist zum einen das nicht gerade Radfahrer freundliche Wetter, zum anderen die Option, dass ich von hier in der mir noch zur Verfügung stehenden Urlaubszeit direkt nach Hause radeln könnte. Ich beschließe daher, mir bei der nächsten Tankstelle eine Karte von Friesland zu besorgen, um den richtigen Weg Richtung Deutschland zu finden. Bei der Verabschiedung sagt mir Herr Vos, dass heute am Feiertag keine Tankstellen geschweige denn andere Geschäfte offen wären. Als er mein ratloses Gesicht sieht, geht er kurz weg und kommt mit einer Detailkarte von Holland wieder. Er schenkt sie mir und ich bedanke mich herzlich für diese nette Geste.
Ich o
rientiere mich Richtung Sneek und muss dabei zunächst nach Süden ausweichen, um einen ziemliche großen Binnensee zu umfahren. Das Wetter hat sich etwas zum besseren gewendet. Es ist trocken und relativ windstill, dafür aber bitterkalt. Bei nur 9 Grad C. ziehe ich Handschuhe an. Sneek ist eine Kleinstadt, schön gelegen inmitten vieler Seen und Wasserläufe. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Wassertor aus dem Jahr 1613. Ich warte ein paar Minuten, bis eine Klappbrücke sich wieder senkt und setzte die Fahrt fort. Es zeigen sich mir schöne kleine Dörfer, die fast alle wegen des Feiertags geschmückt sind. Hier in Friesland sind alle Ortsbezeichnungen zweisprachig, nämlich niederländisch und friesisch. Allerdings sind die Namen auf meiner Karte weder in der einen noch in der anderen Sprache aufgeführt, aber sie klingen ähnlich, so dass man sich zurechtfinden kann. Wie diese 3. Variante zu deuten ist, bleibt mir ein Geheimnis.
In Garijp finde ich eine Bank für meine Mittagspause. Ein paar spielende Kinder gesellen sich zu mir und wollen mich ausfragen. Natürlich verstehen sie mich nicht, aber das ist ganz lustig zu beobachten, wie sie darauf reagieren. Sie erzählen munter darauf los und irgendwie kann mach sich doch verständigen. Ich halte mich nicht lange auf, denn es ist immer noch empfindlich kühl.
Ich komme heute gut voran. In Surhuisterveen gelingt es mir im 4. Versuch, telefonisch ein Quartier in Roden zu sichern. Bis dorthin sind es noch etwa 20 km und so kann man ganz entspannt weiterradeln. Mit viel Rückenwind erreiche ich den Ort so gegen 17.30 Uhr. Die Stadt ist voller Menschen, da ein großes Volksfest veranstaltet wird. Wieder kennt niemand die Straße, in der sich mein Quartier befindet. Nach einem
Anruf bei den Wirtsleuten, dem Ehepaar Enting, ist aufgrund ihrer Beschreibung die Adresse Elswout 5 dann schnell gefunden. Ich werde von einem netten radfahrbegeisterten Rentnerpaar empfangen und erhalte ein schönes ruhiges Einzelzimmer mit der Möglichkeit einer Terrassennutzung. Leider ist es heute zu kalt, um davon Gebrauch zu machen.
Zum Essen fahre ich noch einmal in die Innenstadt. Mit dem Mixgrill-Teller in dem Restaurant “Mistral” bin ich äußerst zufrieden. Heute Abend kommt sogar die Sonne zum Vorschein.
Ich liege in der Zeitplanung gut im Rennen und beschließe spontan, morgen hier in Roden einen Ruhetag einzulegen. Leider zeigt sich der nächste Tag wieder nicht von seiner schönsten Seite. Es regnet fast den ganzen Tag, so dass ich überwiegend die Zeit mit Lesen und Fernsehen in meinem Zimmer verbringe. Trotzdem tut die Auszeit gut.
Tagestelegramm: Gefahrene km: 124 insgesamt: 720 Geländeeigenschaft: Flachland Wetter: 13.5.: trocken, mäßiger Wind, aber kalt, 14.5.: Dauerregen (kein Radelwetter) Unterkunft: sehr schönes Zimmer mit Terrassennutzung Besonderheiten: In Friesland gibt es offensichtlich 3 Sprachen.
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